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10.08.2017

Mainova nimmt neues Wärmeversorgungssystem für Frankfurt in Betrieb

Hessens Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland, der Bürgermeister und Mainova-Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Becker (2.v.l.) sowie die Mainova-Vorstände Constantin H. Alsheimer (r) und Norbert Breidenbach (l) starten im Heizkraftwerk West in der Gutleutstraße den neuen Kraftwerksverbund zur Optimierung der Frankfurter Fernwärmeversorgung, 10. August 2017, © Mainova AG, Foto: Sven Birgmeier
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(kus) Am Donnerstag, 10. August, haben Hessens Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland, Frankfurts Bürgermeister und Mainova-Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Becker sowie die Mainova-Vorstände Constantin H. Alsheimer und Norbert Breidenbach im Heizkraftwerk West in der Gutleutstraße den neuen Kraftwerksverbund zur Optimierung der Frankfurter Fernwärmeversorgung gestartet. Dafür wurden die Mainova-Heizkraftwerke Messe, West und Niederrad sowie das Müllheizkraftwerk (MHKW) in der Nordweststadt miteinander verbunden. Voraussetzung war der Bau einer 13,5 Kilometer langen Fernwärmeleitung vom MHKW über die Universitätsgelände Westend und Bockenheim zu den Heizkraftwerken Messe, West und Niederrad.

Bisher bestanden drei nahezu voneinander unabhängige Fernwärmenetze rund um die jeweiligen Kraftwerke. Ihre Verbindung ermöglicht einen flexiblen Einsatz der Erzeugungsanlagen. Die stärkere Nutzung der CO2-neutralen Wärme aus dem Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt sowie die Außerbetriebnahme veralteter dezentraler Erzeugungsanlagen im Zuge des Fernwärmeausbaus sparen in Frankfurt jährlich 100.000 Tonnen Kohlendioxid ein.

Bernadette Weyland, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium der Finanzen, sagte: „Das neue Wärmeversorgungssystem der Mainova ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine umweltschonende Energieversorgung in Frankfurt. Auch das Land Hessen setzt bei der Versorgung seiner Liegenschaften zunehmend auf Fernwärme, da sie neben Kostenersparnissen ein hohes CO2-Einsparpotenzial bietet. Das unterstützt unser Ziel, im Rahmen des Projektes ‚CO2-neutrale Landesverwaltung‘, bis 2030 eine klimaneutrale Landesverwaltung in Hessen zu etablieren. In Frankfurt hat das Land den Ausbau der Fernwärme durch den Anschluss seiner Liegenschaften aktiv unterstützt. So wurde beispielsweise im Jahr 2009 der erste Teilabschnitt der Leitung zum Campus Westend ermöglicht. Jährlich können so insgesamt bis zu 27.000 Tonnen CO2 in den angeschlossenen Landesgebäuden eingespart werden.“

Bernadette Weyland erklärte weiter: „Die Basis für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Land und der Mainova bildet der bereits im Jahr 2001 geschlossene Fernwärme-Rahmenvertrag. Das Land fördert auch weiterhin den Ausbau der Fernwärme in Frankfurt und beteiligt sich mit rund einer Million Euro am Anschluss der Frankfurt University of Applied Sciences an das Fernwärmenetz.“

Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker fügte hinzu: „Seit Jahren setzt Frankfurt konsequent auf die Verringerung der CO2-Emissionen. Ein Baustein ist die nachhaltige Energieversorgung. Die Mainova AG unterstützt die Klimaschutzziele der Stadt mit ihrem Engagement für den Ausbau der Fernwärme auf vorbildliche Weise.“

Mainova-Vorstandsvorsitzender Constantin H. Alsheimer sagte: „Der heute in Betrieb gegangene Fernwärme-Verbund stellt eine große Investition in die Zukunft der Stadt und der Mainova dar und ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in unserer Heimatstadt. Damit haben wir die Infrastruktur für eine hocheffiziente, zuverlässige und umweltschonende Energieversorgung unserer Heimatstadt nachhaltig aufgestellt.“

Neben dem Netzausbau waren für das neue Wärmeversorgungssystem umfangreiche Modernisierungen der Heizkraftwerke nötig. Seit 2009 investierte Mainova dafür insgesamt rund 150 Millionen Euro. Dabei entfallen rund 60 Millionen Euro auf den Ausbau der Fernwärme, rund 90 Millionen Euro flossen in den Kraftwerksumbau.

Mainova-Vorstandsmitglied Norbert Breidenbach erklärte: „Vor etwa zehn Jahren entstand aus den steigenden Klimaschutzanforderungen heraus die Idee, die Kraftwerke in einem Verbund zusammen zu schließen und damit effizienter einsetzbar zu machen. Die Voraussetzung dafür schaffte die umfangreiche Modernisierung des Müllheizkraftwerks in der Nordweststadt bis 2009.“

2010 erfolgte der erste Spatenstich für die Fernwärmeleitung vom Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt zum Uni-Campus Westend. Die rund sechs Kilometer lange Trasse ging 2011 ans Netz. Ab 2014 wurde der Fernwärme-Verbund weitergeplant und der Bau fortgesetzt.

Technisch besonders anspruchsvoll waren insbesondere die Unterquerung des Mains und des Gleisvorfelds am Hauptbahnhof im Zuge des Leitungsausbaus. Mainova hat unweit des Heizkraftwerks West einen 300 Meter langen Tunnel unter dem Main verlegt, der rund 15 Meter unter der Wasseroberfläche verläuft. Durch ihn fließt die Fernwärme auf die Südseite des Mains und weiter bis ins Heizkraftwerk Niederrad. Die Anbindung der Fernwärme Richtung Norden führt durch einen 235 Meter langen Tunnel unter dem Gleisvorfeld des Frankfurter Hauptbahnhofs entlang. Die Leitung verläuft zwischen Gutleutstraße und Galluswarte sechs Meter unter den Gleisen. Der Tunnelbau wurde im laufenden Bahnbetrieb vorgenommen.

Eine ausführliche Pressemitteilung samt detaillierter technischer Spezifikationen zum Bauablauf befindet sich im angehängten PDF-Dokument.